Internes Storytelling | Storytelling in der internen Kommunikation

Storytelling

Storytelling in der internen Kommunikation

Unternehmen, die mehr als eine Handvoll Mitarbeiter beschäftigen, haben nicht selten ein Problem. Schon mal vorgekommen, dass verschollen geglaubte Kollegen, beim obligatorischen Geburtstagskuchenverzehr plötzlich wieder aufgetaucht sind? Wenn Wände und Türen plötzlich anfangen, den Kollegenkreis in Kleinstgruppen aufzuteilen oder der Mail-Verteiler mehr Empfängergruppen besitzt, als Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt sind, kann es zu einer spürbaren kommunikativen Dissonanz kommen. Wenn nicht nur der Flurfunk asynchron läuft, sondern auch die Ansagen und Mitteilungen des Vorstands und der Geschäftsführung im Spam-Ordner landen, besteht dringlicher Handlungsbedarf auf der internen Kommunikationsebene, um den Firmen-Spirit nicht unnötig zu verheizen.

Zu viel des Guten, zu wenig vom Wichtigen

Mails nerven aber echt. Entweder will der Kunde irgendetwas, der Mitarbeiter seine Arbeit loswerden oder der Chef Dampf ablassen. Aber dann gibt es natürlich noch tolle Sales, Mitarbeiterangebote, Webinar-Einladungen, Katzen-Content-Links, Memes, Reminder, Telkos, Kalauer in Haiku-Form und Omnipotenz-Steigerungs-Pillen. Nebenbei muss dann auch noch tatsächlich produktive Arbeit verrichtet werden. Und so werden vielleicht wichtige Dinge nur mit dem halben Auge, wenn überhaupt, wahrgenommen.

Auf der langen Strecke des Arbeitsweges geht dem Mitarbeiter mitunter die Puste aus, wenn es ihm ob des Infodumps an einer Vision oder Mission mangelt, welche das Unternehmen ja schließlich irgendwann mal groß gemacht haben. Individuelle Erfolge werden vielleicht gar nicht mehr wahrgenommen und wertgeschätzt, die Zusammenhänge und Bedeutungen nicht deutlich. Sowohl der narrative Rahmen, als auch der Kontext fehlen, um den Kollegen oder den Chefs angemessen gratulieren zu können. Bevor man als Nullchecker doofe Fragen stellt, fliegt man lieber unter dem Radar und kümmert sich um seine Baustellen – und verpasst mittelfristig den Anschluss.

Internes Storytelling macht Kommunikation verständlich

Mit dem Buzzword “Internes Storytelling” können viele Aspekte der internen Kommunikation auf moderne Art und Weise aufgearbeitet werden. Von kleinen Erfolgsgeschichten bis zur persönlichen Heldenreise sind Geschichten in der Lage, den Informationen Emotionen zu entlocken und sie somit nicht nur interessanter zu gestalten, sondern ihnen auch einen tieferen, nachhaltigen Sinn zu geben. Inhalte bleiben so länger im Bewusstsein des Mitarbeiters und entfalten dort ihre Botschaft.

Eine gute Geschichte verleiht einer Botschaft Struktur und setzt das Ende dem Anfang als Kontrast gegenüber. In der Mitte geht es um die Lösung einer besonderen Herausforderung, die durchaus mit einigen Widerständen und Konflikten verbunden sein kann. So wird dem Leser ersichtlich, wie eins zum anderen kam und warum involvierte Personen handelten, wie sie handelten. Und auch, welche Opfer gebracht werden mussten.

So können sogar unangenehme Themen in einen nachvollziehbaren Kontext gesetzt werden, was üblicherweise zu mehr Verständnis beim Empfängern führt. Niemand mag es, übergangen zu werden und kalte, harte Fakten vorgesetzt zu bekommen.

Internes Storytelling als Personalentwicklungsmaßnahme

Mitarbeiter, die im Einvernehmen die Probezeit überleben, möchten sich typischerweise im Laufe ihres beruflichen Lebens weiterentwickeln. Sie wollen Projekte, Verantwortung und Erfolge. Der Weg dorthin ist mit Hindernissen gesäumt, die immer mal wieder für eine Erdung des Höhenflugs sorgen und einen regelrechten Hürdenlauf vom Protagonisten erfordern.

Der Mitarbeiter wird zum Helden seines eigenen Films – Er scheitert, entwickelt sich weiter, ändert seine Strategien, feiert Teilerfolge, trifft auf Gegenspieler und Antagonisten, benötigt hier und da eine/n MentorIn, um am Ende seines beruflichen Lebensabschnitts weise, erfahren und erfolgreich zu triumphieren und selbst einen Anfänger unter die Fittiche zu nehmen.

Diese Methodik kann als Leitfaden dienen, die eigene Personalentwicklung zu optimieren. Dies verleiht dem Entwicklungsprozess mehr Bedeutung und verringert die Willkür.

Geschichten vermitteln eine Vision

Unternehmenskultur ist keine Einbahnstraße. Nur weil sie irgendwo auf einer Serviette im Rahmen der ersten Weihnachtsfeier verewigt wurde, ist sie noch lange nicht jedem Mitarbeiter geläufig. Die meisten Unternehmensgründer wollten mit ihrem damaligen Startup ja nicht nur ausschließlich unfassbar viel Geld scheffeln, sondern die Welt, unter Umständen, auch ein kleines bisschen besser machen.

Diese Vision muss präsent bleiben, damit die Mitarbeiter immer wissen, wofür sie sich jeden Tag aus dem Bett quälen. Eine teilbare Vision fördert die Loyalität im Unternehmen enorm und unterstützt die Solidarität untereinander. Und das führt meistes zu sehr guten Ergebnissen. Das Phänomen kennt man also nicht nur von dem Mannschaftgeist eines Fußballvereins.

Wie starten?

Ziel der neuen Kommunikation ist keine Märchenstunde vom Vorstandsonkel. Inhalte müssen sachlich, formal und inhaltlich korrekt sein, sonst wirkt es schnell wie Propaganda und landet wieder im Spam-Ordner. Die Texte müssen authentisch und glaubhaft sein – am besten von einem Kommunikationsprofi strukturiert und aufbereitet. Gerne können Mitarbeiter interviewt werden, aber bitte mit sinnvollen Fragen und an notwendigen Stellen gekürzt und vereinfacht, um themenfremde Kollegen nicht zu überfordern und zu langweilen.

Wir stellen fest: interne Kommunikation und internes Storytelling haben gewaltiges Potenzial und wir möchten noch so viel darüber erzählen. Daher nicht den zweiten Teil verpassen!

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