Falsche Freunde oder warum gekaufte Social Media Likes wertlos sind

clickbaits in social media

Sind wir mal ehrlich: Auch wenn MySpace älter ist und Google+ auch ganz flott daher kommt, verbinden wir keine andere Plattform so sehr mit dem Begriff Social Media wie Facebook. Das Synonym für dieses unumkehrbare Phänomen ist das legendäre “Like”, mit dem wir unseren Freunden beinahe überall im Internet unsere Interessen und unsere Zustimmung um die Ohren hauen.

So egal ist es uns nämlich gar nicht, ob Malte-Benjamin vielleicht doch den Schwanensee mag, ob Mandy-Saskia beim Shoppen zu viel Geld ausgegeben hat oder ob Lutz politische Ambitionen nicht doch in eine radikale Richtungen abdriften. Die Real-Life-Daily-Soap-Opera muss laufen und wir schreiben gerne alle an unseren Rollen. Nicht nur aus Voyeurismus, sondern tatsächlich auch, um Gleichgesinnte und neue Freunde zu finden. Aber das steht auf einem anderen Blatt..

Heute geht es vor allem um das Like als Kern-Feature der Plattform Facebook. Viele Firmen und auch Privatleute oder Internet-Promis versuchen über die Anzahl der Likes einer Kampagne oder eines Beitrages nicht nur ihre Reichweite, sondern auch ihren Erfolg zu messen. Wer oder was viele Likes erhält, kam gut an – so die schnöde Theorie.

Likes wirken hierbei wie ein virtueller Credibility-Booster und unterstützen einen einfachen, psychologischen Effekt, nachdem wir meist unbewusst-automatisch davon ausgehen, dass die Meinung der Masse die Richtige sein muss. Artikel, Beiträge, Bilder und Content im Allgemeinen mit vielen guten Bewertungen und Seiten mit vielen Likes wirken auf Anhieb professioneller, seriöser und glaubwürdiger. Sonst gäbe es ja schließlich viele Beschwerden, oder? Das Stichwort lautet Schwarm- oder kollektive Intelligenz.

Diesen Effekt macht sich nicht nur Facebook mit seinen Likes zu Nutze, sondern auch Amazon mit seinen Rezensionen. Durch das sogenannte Crowdsourcing füllen wir fleißig die Datenbanken der Händler und Social-Media-Dienstleister mit selbst verfassten und einzigartigen Contents.

Es ist ein offenes Geheimnis und eine logische Schlussfolgerung, dass Inhalte mit vielen und guten Bewertungen im Internet öfter wahrgenommen werden. Daraus entstehen konkrete finanzielle Interessen für die Anbieter. Es liegt also nahe, die Like-Generierung anzukurbeln, um die Reichweite der Aktivitäten zu erhöhen und neue Kunden anzuwerben.

Wissenschafts-Smartass Derek Muller von der Seite ‘Veritasium‘ hat dazu ein besonders aufschlussreiches Video veröffentlich. Für die Like-Generierung gibt es laut ihm drei praktikable Wege:

 

1# Der innere Kreis

Der Content wird von ‘wirklichen’ Freunden und Fans geliked, die sich im besten Falle auch interaktiv zurückmelden, indem sie Beiträge kommentieren und teilen. Dies entspricht dem offiziellen Facebook-Spirit und ist absolut legal. Die Freunde der Freunde bekommen die Contents dann auch irgendwann zu Gesicht und finden sie vielleicht auch ganz dufte. Ein ehrliches Interesse an der Sache zieht seine Runde und ein Like aus diesen Kreisen ist in der Regel eine wirkliche, belastbare Zustimmung. Der innere Kreis wächst auf natürliche Weise über Empfehlungen und Hörensagen und braucht natürlich länger, um sich aufzubauen. Relevanz vorausgesetzt.

 

2# Clickfarmen

Hier verlassen wir die legalen Wege der Like-Generierung, denn im Grunde werden dubiose Firmen dafür bezahlt, die eigene Seite mit künstlichen Zustimmungsbekundungen zu pushen. Oft sind es Fake-Accounts aus Asien, die von armen Schluckern gepflegt werden, die alles Liken, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Die schöne Zahl auf der Facebook-Seite mag dann zwar hoch sein, aber kaum ein ‘Fan’ kümmert sich einen feuchten Kehricht um den Inhalt oder die Botschaft der Seite. Diese Likes sind im Grunde vollkommen wertlos, weil die Fake-Accounts oder -Bots ja auch keine relevanten Freunde haben, die auf die Angebote aufmerksam werden könnten.

 

3# Likes offiziell bei Facebook kaufen

Die ersten beiden Punkte erscheinen vollkommen plausibel, aber an dieser Stelle hat Derek Muller den eigentlichen Skandal herausgestellt. Als unbedarfter Social-Media-Betreiber könnte man damit liebäugeln, bei Facebook ganz offizell ein bisschen mehr Nachdruck für die eigenen Werbeambitionen zu erstehen. Facebook wirbt damit, für eine bestimmte Summe eine bestimmte Menge an Likes zu generieren und bedient damit das Geschäftsfeld der Clickfarmen. Da der Anbieter hier aber selbst am Werke ist, sollte man davon ausgehen, dass die Qualität der Likes auch der Wertigkeit des Preises entspricht.

Kurzum, es kam heraus, dass auch Facebook selber scheinbar Clickfarm-artige Like-Accounts betreibt oder unterstützt, die wahllos Seiten mit erhobenen Daumen durch den Äther jagen. Eine Testseite von Muller erhielt auf Anhieb sehr viele Likes aus eher unpassenden Ländern wie Ägypten, Bangladesch oder Indien – den Hochburgen der professionellen Fakeaccounts. Interessant war vor allem, dass durch die Fakeaccounts auch die Partizipation der ‘ehrlichen’ Fans zurückging oder zumindest stagnierte.

Für den Werbenden stellt sich also heraus, dass gekaufte Likes [ähnlich den Cold-Leads beim regulären Customer Relationship Management] nie die Qualität der echten Likes erreichen und die angeblich gewonnene Reichweite im Nichts verpufft, da die neuen Fans in Wahrheit kein wirkliches Interesse an der Seite haben [sofern es sich überhaupt um reale Menschen handelt..]. Für einen Batzen Geld bekommt der Käufer eigentlich nur eine große Zahl auf der Facebook-Seite, die aber keinerlei vertriebliche oder marketingtechnische Vorteile mitbringt.

Damit unsere Kunden nicht in diese und ähnliche Fallen beim Social Media Marketing tappen, stehen wir euch gern bei allen Belangen rund ums Thema, um mit euch  ein Maximum an Effizienz und Effekt im Social Web zu erreichen – und das ganz ohne falsche Freunde.

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