Carpe Momentum | Mit Snapchat die richtige Zielgruppe erreichen

Snapchat

Snapchat ist zwar schon fast fünf Jahre frei am Markt erhältlich, fristet aber vor allem in Deutschland noch ein ziemliches Nischendasein. Der rein mobile Instant Messenger funktioniert in etwa wie eine Mischung aus den deutlich bekannteren Tools WhatsApp, Vine und Instagram, jedoch werden versendete Bilder und Videos kurz nach dem Öffnen wieder gelöscht und sind dabei nur insgesamt 24 Stunden abrufbar.

Das dient vordergründig dem Datenschutz (der alles andere als gewährleistet ist), erzeugt aber gleichzeitig auch eine exklusive, fast intime Atmosphäre, die mit dem psychologischen Trick der Angebotsverknappung vor allem junge Leute in den Bann zieht. Da die kurzen Beiträge sehr schnell produziert und verteilt werden können und die vermeintliche Sicherheit die kreative Hemmschwelle senkt, erhoffen sich die Betreiber einen regen Austausch über ihre Plattform.

Dabei sprechen folgende Alleinstellungsmerkmale für das Soziale Netzwerk:

  1. Lebe den Moment

Snapchat ist eine der besten Apps für kurze Ideen und Botschaften sowie spontane Eingebungen. Getreu dem Motto: was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Der Fokus liegt auf den kleinen und plötzlichen Alltagsdingen, die man mit seinen Freunden oder der Welt teilen möchte. Viele Nutzer mögen den einfachen Ansatz und sind nicht an der Archivierung der Inhalte interessiert.

  1. Weniger ist mehr

Wenn interessante Dinge passieren wollen wir am liebsten dabei sein, vor allem im Zeitalter der Information. Da das Angebot von Snapchat nur zeitlich begrenzt verfügbar ist, muss die App natürlich mindestens täglich besucht werden, um alle relevanten Informationen zu erhalten.

  1. Bloß weg von den Eltern

Facebook ist mittlerweile derart in der Gesellschaft angekommen, dass dort auch Leute verkehren, mit denen man zwar befreundet ist, die aber keine Einsicht in die persönliche Gedankensphäre erhalten sollen. Vor allem Eltern, Lehrer oder Kollegen blockieren impulsive Äußerungen, die für Freunde jedoch Relevanz haben könnten. Typischerweise ist das in der Schulzeit so, wenn der Fokus auf der Clique, der Klasse oder der Schule liegt. Daher sind die Teens stets auf der Suche nach neuen geschützten Kanälen und Räumen für ihre Kommunikation.

  1. Influencer, Stars und Corporations liefern regelmäßigen Content

Wenn mal gerade keiner der Freunde etwas Unterhaltsames anzubieten hat, kann man natürlich auch den kleinen und großen Berühmtheiten der Welt folgen. Diese geben hier ebenfalls ihre aktuellen Geistesblitze oder Lebenstipps von sich. Im Vergleich zu Twitter oder Facebook ist es bei Snapchat schwieriger einen Beitrag zeitlich und inhaltlich vorzubereiten. Der Draht zum Influencer ist daher meist deutlich kürzer und inniger, da das Bild oder Video just nach dem Dreh online gestellt wird und nur kurz seine Wirkung entfalten kann – wer es verpasst, ärgert sich. Das schafft oft glaubwürdigere Beiträge, da die Zeit zum Photoshoppen einfach fehlt. Dazu gibt es die Möglichkeit, die Bilder mit Emojis oder handschriftlichen Texten zu personalisieren.

Snapchat erreicht vor allem junge Frauen

Der flotte, innovative Ansatz funktioniert derzeit noch in einem relativ spezifischen demografischen Milieu:

  1. Von insgesamt 200 Mio. Snapchat Usern sind ca. 71% unter 34 Jahre alt
  2. 45% der Nutzer sind sogar erst 18-24 Jahre alt
  3. Ebenfalls sind etwa 70% der Nutzer weiblichen Geschlechts
  4. 30% der Millenial-Internetnutzer verwenden auch Snapchat regelmäßig
  5. 50% aller männlichen College-Studenten in den USA teilen Selfies über Snapchat. Bei den Frauen sind es knapp 77%
  6. Der Marktanteil von Snapchat liegt zwar noch deutlich unter Facebook und WhatsApp, wächst aber deutlich schneller, als der Anteil der Etablierten. Mit mehr als 3 Millionen Nutzern in Deutschland steigt auch die Relevanz für’s Marketing.

 

Snapchat kommerziell richtig nutzen

Für alle, die Marketing ernst nehmen, ist Snapchat ein Social Media Tool mit besonderen Vor- und Nachteilen. Für Firmen und Anbieter gibt es zwei besondere Funktionen, die eine bessere Kommunikation mit der Nutzerschaft ermöglichen.

Über sogenannte “Stories” lassen sich verschiedene Bilder oder Videos zu einem Stream zusammenfassen, welcher ebenfalls nur max. 24 Stunden online ist. Mit einem guten Storytelling-Konzept lassen sich hier also durchaus komplexere Botschaften entwickeln und transportieren.

Mit der “Discover”-Funktion können sich Anbieter mehr oder weniger als “Channel” zur Verfügung stellen und ihre Videos promoten. Durch ein Abo erhält man dann täglich die neusten Beiträge aufs Smartphone. Es ist also Möglich, User direkt als Fan zu akquirieren und sich auf der Kontaktliste zu verewigen.

Eine kleine Checkliste hilft, den richtigen Ton zu treffen:

  • Liefert interessanten Content:

    Snapchat lebt wie jede Plattform vom Content ihrer Nutzer. Wer nichts veröffentlicht, verschwindet in der Versenkung. Versucht vor allem Emotionen anzusprechen, die Nutzer suchen nach unterhaltsamen Videos, nicht nach Infomercials.

 

  • Übersteuert den Prozess nicht:

    Für ein sinnvolles Kosten-Nutzen-Verhältnis solltet ihr keine großangelegten Kampagnen ins Leben rufen, sondern ihre Botschaften durch ein cleveres Storytelling clustern und mit spontanen, kleine Ideen unterstützen. Es bleibt ja eh nur alles maximal 24 Stunden online. Da ihr damit rechnen müsst asynchron zu erzählen, muss der Story-Bogen Lücken verkraften.

 

  • Startet vor der Konkurrenz:

    Derzeit sind kaum Firmen bei Snapchat vertreten, mit Ausnahme einiger Innovationstreiber, die von führenden Markenagenturen beraten werden. Die Chance ist groß, dass ihr bei Snapchat kaum Konkurrenz vorfinden werdet.

 

  • Sprecht Jugendliche an:

    Schon wieder keine Azubis bekommen? Snapchat ist vor allem bei Teenagern populär und bietet besondere Möglichkeiten, sich bei dieser Zielgruppe zu positionieren.

 

  • Unterhaltung kennt keine Nationalität:

    Snapchat hat keinen nationalen Einzugsradius. Eure Botschaften sind für die ganze Welt sichtbar und können dort ebenfalls die Menschen unterhalten und informieren. Vielleicht schafft ihr es ja eine Botschaft unabhängig von einer Sprache zu gestalten, über die man auch in Schweden, Kanada oder USA lachen kann.

 

  • Bleibt authentisch:

    Junge Menschen durchschauen schnell, ob jemand auf “cool” macht und ihre Codes imitiert. Ebenso wissen sie, dass Snapchat bereits als kommerziell interessante Jugend-App gehandelt wird. Nehmt die Zielgruppe ernst und erstellt Content, der ihren Bedürfnissen entspricht.

 

  • Bleibt am Ball aber erzwingt keinen Erfolg:

    Nicht jedes Angebot und nicht jede Dienstleistung ist für jede Zielgruppe relevant. Allerdings kann selbst das uncoolste Thema mit etwas Witz zum Leben erweckt werden [siehe Kylie Jenners Snapchat Historie]. Eine Snapchat-Kampagne für einen industriellen Ventil-Hersteller wäre vermutlich eine echte kreative Herausforderung, aber alles andere als unmöglich. Baumärkte machen es im TV vor.

 

Fazit: Da der Snapchat-Markt wächst und die junge Zielgruppe nicht statisch bleibt, können sich die Betriebe heute schon für morgen positionieren, um dann mit einem Vorsprung ins Rennen zu gehen. Snapchat sollte für mittlere bis größere Unternehmen auf jeden Fall in die Marketing Strategie miteinbezogen werden!

Wenn ihr Fragen, Ideen oder Beratung zum Thema braucht sind wir gerne zur Stelle!

 

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