Phänomen Filterblasen | Ein Freifahrtschein für selektive Wahrnehmung?

Phänomen Filterblase

Ein blondes Toupet twittert aus dem Weißen Haus und Filterblasen verkleben zäh wie Kaugummi die Gedanken der Gesellschaft – Der Wahlkampf hat Einzug in die Welt der sozialen Medien erhalten.

Spätestens seit Amtsantritt des Trump Donald ist dieser Ausdruck gefühlt das Unwort des Jahres. Aber was steckt eigentlich hinter diesem populären Phänomen und können Filterblasen zerplatzen?

Make Social Media Great again

Lautet das Mantra des Twitterkönigs Trump. Willkommen im postfaktischen Zeitalter, mit einem Präsidenten der den

Klimawandel als manipulative Wirtschaftslüge deklariert. Tauwetter herrschte ebenfalls in den sozialen Netzwerken, denn diese wurden zu Wahlkampfzeiten nahezu überschwemmt von digitalen Falschmeldungen, die so schnell durch den persönlichen Stream der Trumpanhänger flogen, wie Immigrationsanträge in Kanadischen Einwanderungsbehörden.

Aber wie konnten diese, unter dem Unwort „fakenews“ geschimpften, Informationen den Wahlkampf zum Vorteil der Republikaner manipulieren? 

#Filterblase

Oder auch Informationsblase genannt – ist laut Definition das, was passiert, wenn dich die Algorithmen deiner Social Media Plattformen in Tiefen des digitalen Kosmos ziehen und die, als Nutzerspezifisch „irrelevante“ deklarierte Informationen einfach ausblenden. Beutetet, wenn die Inhalte deines Streams eines Tages ausschließlich aus Katzencontent bestehen, gibt dir das nicht nur Hinweise auf deinen exzessiven Katzenfanatismus, sondern auch darauf, dass soziale Netzwerke, basierend auf deinen bisherigen inhaltlichen Präferenzen, Klickverhalten oder persönlichen Angaben Content zur Verfügung stellen. Zieh dir dein virtuelles, maßgeschneidertes Korsett aus augenscheinlich bevorzugten Informationen an, was immer engere Schleifen zieht.

Wo geht es hier raus aus der Filterblase?

Die Krux an der Geschichte ist, dass wir alltäglich in digitalen Welten mit dem sogenannten psychologischen Phänomen der „Confirmation Bias“ konfrontiert werden, also einer Form von bestätigender Information, die sich immer äquivalent zu unseren Interessen aber auch Einstellungen und Meinungen verhält, egal ob sie richtig oder falsch ist. Durch regelmäßige Konfrontation mit bestätigender Information wird die bestehende Meinung bestärkt und kontroverse Sichtweisen konsequent ausgeblendet.

Des Pudels Kern liegt also essentiell gesehen im menschlichen Verstand und nicht ausschließlich in digitalen Algorithmen.

Hallo Reizüberflutung – ein paar kritische Gedanken zum Phänomen

Mikro Targeting ist lange kein fremder Begriff mehr im Onlinemarketing und mittlerweile bedienen sich nicht nur Gobal Player unserer privaten psychometrischen Profile, auch kleine Webshops sind groß im Analysieren unserer virtuellen Klickpräferenzen. Vielleicht treffen die maßgeschneiderten Ads ja genau unseren exquisiten Geschmack, was wäre dann dabei? Kritisch wird der Blasenkult allerdings, wenn er für politische Zwecke entfremdet und zum Nährboden für einseitige Weltanschauungen und   fanatische Ideologien wird.

Aber so populär das Thema durch den Wahlkampf auch wurde – vielleicht existiert es nicht nur im digitalen Kosmos sozialer Netzwerke sondern einfach in neuronalen Verbindungen der menschlichen Psyche.

Auch ohne Digitalisierung sind Menschen dazu in der Lage sich eigene Filterblasen zu erschaffen, was daran deutlich wird, dass der oben beschriebene kognitive Verarbeitungsfehler der „Confirmation Bias“ oder auch Bestätigungsfehler, bereits im Jahr 1960 ins Leben gerufen wurde.

Wir tendieren also dazu eine digitale Technologie für das verantwortlich zu machen, was letztlich rein auf kognitiver Vielschichtigkeit beruht. Es scheint, als sei das Bedürfnis danach, Kategorien zu bilden und nach äquivalenter Information zu Suchen tief in der menschlichen Psyche verwurzelt. Bonjour Reizüberflutung – ganz ohne eingebaute Filter (ob digital oder neuronal) wären wir doch einem ungebremsten Informationsfluss ausgeliefert, der uns schlichtweg genauso überfordern würde, wie der Amtsantritt den neuen Präsidenten.

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