Was ist eigentlich Liquid Storytelling?

Liquid Storytelling im content marketing

Storytelling im Content Marketing ist ein viel besungenes Thema, aber warum ist das so? Na, weil es einfach jede Menge scharfe Munition für kommunikative Angriffe parat hält – ist doch klar. Zur Zeit stürmt das Buzz-Word ‘Liquid Storytelling’ alle einschlägigen Blogs und Foren. Liquid Storytelling ist schnell erklärt: Lass die vielseitigen Partizipationsmöglichkeiten, die das Social Web bietet, mit dem Grundgedanken des Storytelling – Markenbotschaften in Geschichten zu verpacken – verschmelzen. Die Grenzen sind dabei – der Name lässt es vermuten – fließend.

Liquid Storytelling bedeutet, dass die User ihre Geschichten selbst erzählen oder diese gemeinsam entwickeln. Das Unternehmen gibt hierbei einfach nur einen Impuls in den userschwangeren Raum und los geht`s. Die so entstehenden Stories sind dynamisch, frei [böse Zungen behaupten ‘unkontrolliert’] und damit flüßig und fließen munter durch alle Kanäle. Das kann ganz schön viral werden. Das Beste daran: Die Nutzer machen freiwillig mit, weil sie die Stories berühren oder unterhalten. Es werden Clips geteilt und Anzeigen diskutiert. Kreative Empfänger werden selbst zu Sendern, wenn sie z.B. selbst einen Clip hochladen oder mit Bildbearbeitungsprogrammen neue Fotos und Collagen zusammenstellen, die das Thema aufgreifen und weiterspinnen. Man könnte sagen, der Werbende kalkuliert mit einem kontrollierten Kontrollverlust über das eigenes Material. Et voilà! Da bekommt das saloppe ‘läuft bei dir’ eine völlig neue Bedeutung.

Gerne werden dabei auch die brühmt berüchtigte Guerilla Taktik auf den Plan gerufen: Ein Protagonist wird ohne Vorwissen in eine meist völlig absurde Situation im öffentlichen Raum geworfen und damit Teil einer Geschichte. Der Werbende hat hierfür eine Choreografie vorbereitet und filmt den unfreiwilligen Helden seines Clips mit versteckten Kameras, wie er dem Treiben gegenübersteht. Der Sender TNT hat beispielsweise auf einem Platz mit Stuntmen und Schauspielern eine völlig übertriebene Live-Action-Szene aufgeführt, für jeden Mutigen, der vorher – unwissend der Konsequenzen – auf einen Buzzer drückte. Das ungläubige Staunen der Betroffenen und der Betriebene Aufwand waren so lustig, dass das Video viral ging.

Beispiele für Liquid Storytelling

Ein berühmtes Beispiel ist zudem noch die Kampagne ‘Dumb Ways To Die’ – ein weichgespültes und familientaugliches Derivat der morbiden ‘Happy Tree Friends’. Gezeigt werden niedliche Zeichentrickfiguren, die sich durch Unwissenheit und Missgeschick selbst in Jenseits befördern. Die Kampagne war im Verhindern von Bahn- und Verkehrsunfällen so erfolgreich, dass die Unfälle im Zugverkehr um ein Viertel gesunken sind. Die Kampagne wurde von Nutzern aufgegriffen und weitergesponnen, mal als Parodie oder Remix, mal als Cover oder auch als wichtige Ergänzung.

Wo kann man jetzt aber Liquid Storytelling vom schnöden und stink-normalen Storytelling abgrenzen? Ganz weit aus dem Fenster gelehnt, könnte man das Liquid Storytelling als eine Form des Storytelling definieren, welches freie Interaktion mit der Community voraussetzt, die Abgrenzung zwischen Erzähler und Rezipienten aufhebt und den sich entspinnenden Geschichten freien Lauf lässt.

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Für das Liquid Storytelling gelten natürlich nahezu die gleichen ‘Regeln’, wie für das Erzählen jeder anderen Geschichte [inspiriert durch die 22 Regeln einer guten Geschichte von Pixar]:

1# Man braucht einen Helden, der dazu einlädt sich mit ihm zu identifizieren

2# Man braucht einen Konflikt als Anlass, den des zu bewältigen gilt

3# Man braucht eine klare Struktur wie z.B. Einleitung, Höhepunkt und Schluss – von wegen! Beim Liquid Storytelling liegt der Reiz darin, dass es keine klare Struktur-Vorgabe gibt, sondern dass sich die Geschichten asynchron, medienübergreifend und eigenständig entwickeln. Niemand weiß, was am Ende dabei heraus kommt

4# Aber man sollte eine Message transportieren bzw. freiwillig transportieren lassen, durch welche die Marke erst ihre Relevanz entfalte

Jede Marke und somit jeder Storie hat ihren eigenen individuellen Ursprung, ihre eigene Dynamik und ihre eigene Emotionalität. Wir unterstützen euch gerne dabei das ganz persönliche Storytelling-Potenzial eurer Marke zu entwickeln und zu realsieren. Sprecht uns einfach an!

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