Prosit Neujahr Content Marketing | Was sind die Trends 2016

Content Marketing

Wir beleuchten drei der am häufigsten vorhergesagten Online- und Content-Marketing Trends für 2016!

Was bleibt gleich – was wird sich ändern?

Das Wort “Stillstand” existiert für Agenturen und Werbetreibende im Internet eigentlich nicht. Jährlich gesellen sich zu den etablierten Kommunikationskanälen und -möglichkeiten neue Technologien und Methoden hinzu, welche nicht nur Anforderungen und Potenziale erweitern, sondern auch alte Gewohnheiten und Workflows über Bord werfen.

Von Zeit zu Zeit müssen gar ganze Berufszweige um ihre Existenz fürchten, wenn Google, Twitter oder Facebook neue Gimmicks veröffentlichen, welche zunehmend komplexere Prozesse automatisieren und menschliche Handarbeit obsolet erscheinen lassen. Doch auf der Seite des Kunden könnte das nächste Jahr voll interessanter und lukrativer Chancen stecken!

Wir wägen ab, was wirklich realistisch klingt und was vorerst Zukunftsmusik bleibt.

1. Wird Aggregated Content wirklich erwachsen?

Er wird seit mindestens 10 Jahren prophezeit, kam aber bisher kaum aus den Kinderschuhen heraus: Die Rede ist von “Aggregated Content”, also Content, der nicht manuell von einem Redakteur verfasst und veröffentlicht wird sondern von diversen Crawlern, die externe oder interne Datenbanken durchforsten und aus vereinzelten Informationen automatisierte Feeds kreieren. Durch diese Technologie könnten Lästigkeiten wie Hashtags etc. bald zum alten Eisen gehören, da die Trefferquote dieser Roboter mittlerweile eine fast unheimliche Präzision erreicht hat.

Twitter möchte sich diesem Thema mit seinem Projekt Lightning widmen, welches wie eine Art Twitter-Newsportal funktionieren soll, indem sich Hot Topics auf einen Blick erfassen lassen – zusammengetragen aus diversen Accounts und Medien (Videos, Fotos oder Beiträge).

Google verfolgt eine ähnliche Idee mit seiner Knowledge Graph Technologie, die im Prinzip wie ein kleiner Wikipedia-Artikel direkt auf Google selbst auftauchen (z.B. zu Schauspielern und deren Filmographie). Die Infos zum Thema werden aus verschiedenen Quellen, meist schlaue Wissensdatenbanken, automatisch zusammengetragen und sollen dem User kurze und schnelle Informationen liefern, ohne dass er Google verlassen muss.

Einschätzung: Große, bzw. schlagartige Änderungen sollten sich in 2016 für Werbende eigentlich nicht ergeben. Hier und da werden automatisierte Streams kleinere Informationskanäle abbilden, aber ob ein Twitter-Newsportal eine gravierende Änderung im Nutzerverhalten bewirkt bleibt abzuwarten. Junge Trend Scouts und Early Adopter werden vermutlich auf ihre Kosten kommen. Verlieren werden Anbieter von sehr einfach gestrickten, listenartigen Contents wie Biografien oder Datenbanken, wobei ein Google Knowledge Graph beispielsweise eine IMDB für den Bedarf Normalsterblicher Fans ablösen könnte.

2. Unwort Content Marketing??

Einige Blogs und Redakteure prophezeien eine regelrechte Explosion des Content Marketings, da sich mittlerweile wohl bis zu 88% der befragten Unternehmen von dieser Methodik viele neuen Kunden und Leads versprechen. Dementsprechend soll es deutlich schwieriger werden, noch auf den Zug aufzuspringen, da zum einen die Konkurrenz sehr aktiv ist und viele der bisherigen Teilnehmer ihre Budgets sogar noch erhöhen wollen. Klar wird jedoch auch: Ohne geht es für Unternehmen, die in einem modernen Umfeld unterwegs sind, nimmer. Der Fokus liegt mehr denn je, auf der Bereitstellung von wirklich nützlichem Content für die Zielgruppe, welche durch eine passende Datenerhebung immer klarer umrissen wird.

Einschätzung: Eine Explosion geht immer auch mit einer Inflation einher, also einer mehr oder weniger unkontrollierten Reaktion und Ausbreitung einer zugrunde liegenden Energie und Materie. Im Falle einer Content Explosion wäre dies die beschleunigte und massenhafte Bereitstellung relevanter Inhalte, die trotz qualitativer Mindestansprüche austauschbar bleibt und keine top Suchmaschinenrankings garantiert. Hinzu kommt die sowieso allgegenwärtige Informationsflut. Wenn man den Aggregated Content hinzuzieht, könnte sich diese Explosionsvision bewahrheiten. Doch statt die Flinte ins Web zu werfen wird es mehr Sinn denn je machen, sich auf menschlich-pragmatischer Ebene mit den Bedürfnissen der Zielgruppe auseinanderzusetzen und diese so hochwertig wie möglich mit maßgeschneiderten Inhalten zu versorgen.

3. Verderben Adblocker das Geschäft?

Die Onlieausgabe der BILD war alles, nur nicht inkonsequent. Durch den rapiden Anstieg von Adblockern versiegt diese wichtige Einnahmequelle für kommerzielle Onlinemagazine zunehmend. Viele Anbieter sind jedoch von diesen Einnahmen abhängig, da sie sonst ihre Redaktion und Hardware/Server nicht finanzieren können. Soweit, so verständlich – auch für den Kunden. Um den Content also nicht zu verschenken, hat sich BILD Online als erste digitale Zeitung dazu durchgerungen, den lange vorhergesagten Schritt zum (passiven) Paid Content zu wagen und quasi über Nacht alle User mit aktiviertem Adblocker vom Angebot ausgeschlossen.

Werbung im Internet hat zeitgleich jedoch eine Form der Aufdringlichkeit erreicht, die viele Nutzer dazu nötigt, flächendeckend auf Adblocker zurückzugreifen, um lauten, grellen und animierten Bannern und teils dreisten Overlays zuvor zu kommen. Mit dem umstrittenen Whitelisting ist es möglich, sich als Werber gegen eine Art Lösegeld “freizukaufen”. Adblock-Anbieter werden somit vom Retter zum moralisch fragwürdigen Schutzgeldeintreiber.

Einschätzung: Auf lange Sicht wird kein Weg daran vorbeiführen, dass Onlinewerbung auf ein Maß zurückgeschnitten werden muss, welches sich dem User nicht mehr als Nötigung aufdrängt. In einer normalen Zeitung befindet sich Werbung auch nur an ausgewählten Stellen und überlagert niemals audiovisuell den relevanten Content. Auf animierte Banner, Overlays, Filme und Töne sollte verzichtet werden, sofern man nicht für immer und ewig vom Adblocker weggeschaltet werden möchte – dann hilft auch die teuerste Banneraktion nämlich nichts. Fairness und Understatements sollten das Ziel sein, keine versteckten Links, Clickbaits und Popups. Der User wird sowieso viel eher über Content Marketing Strategien und Problemlösungen eingefangen als mit Plattitüden.

Sollten Sie Anregungen, Ergänzungen oder Fragen zu unseren Einschätzungen haben, freuen wir uns auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen!

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