Content First | Ist der klassische Webdesign-Workflow out?

Content First

Fast jährlich werden die Prinzipien und Dogmen des modernen Webdesigns auf den Kopf gestellt, ausgemistet und generalüberholt. Nichts ist stetiger als der Wandel und kein Medium wandelt sich schneller als das Internet. Branchenkenner wissen, dass sich die jüngsten Entwicklungen vor allem auf die Verbreitung von alternativen Wiedergabegeräten beziehen. Wer also in der nächsten Zeit Relaunches plant, sollte seine Herangehensweise den neuen Anforderungen anpassen und sich dem Content zuwenden! Es heißt nun also Content First!

Das Form-Follows-Function-Reboot

Seit einiger Zeit erleben wir wieder ein Revival der Reduktion: Apples iOS und Windows 10 wurden mit dem Flatdesign optisch auf’s Minimum heruntergefahren, während sich im Web text-arme One Pager großer Beliebtheit erfreuen. Man bekommt das Gefühl, dass man in Sachen Frontend überall auf baukastenartige Bestandteile stößt, die – anders als früher – nur noch groben Maßstäben folgen.

Verantwortlich dafür ist der Umstand, dass Inhalte nicht mehr exklusiv für den Computer bereitgestellt werden müssen, sondern auch für einer enormen Bandbreite an internetfähigen Geräten, die in den letzten 10 Jahren das Licht der Welt erblickt haben. Neben Smartphones, Smartwatches, Tablets, Net- und Notebooks gibt es auch Navis, Spielekonsolen oder Fernseher mit Internetzugang und dazu ein wildes Potpourri an Auflösungen, Abmessungen und Formaten, die unmöglich alle individuell zu berücksichtigen sind. Deshalb machen auch wenige harte Breakpoints im Responsive Webdesign, wie man sie beispielsweise aus Bootstrap kennt, immer weniger Sinn.

Berücksichtigt man zusätzlich, dass vor allem ein sinnvolles Content Marketing und Storytelling den Wert und die Auffindbarkeit einer Webseite in die Höhe treiben, ist es an der Zeit, die Prioritäten neu zu definieren und mit dem Anzufangen, was nach dem Prototyping und Wireframing bisher eigentlich erst immer am Schluss kam: Content, Content und nochmal Content first!

Design vs. Content first – Das Henne-Ei-Problem

Wie gehen Agenturen und Designer denn jetzt nun am besten vor? Sind Usability, User Experience, Barrierefreiheit, Exploration, Mobile-First und Fluid Design auf einmal out? Im Gegenteil: Sie gehören mittlerweile zum Establishment und somit zum Standardpaket einer modernen Webseite. Mit weniger sollte sich ein Kunde auch nicht mehr zufrieden geben, denn ein Verzicht kann wichtige Ranking-Punkte bei Google kosten.

In einer Welt, in der sich viele Webseiten aus technischen Gründen ähneln, sollte man das Spotlight auf den Inhalt richten, der zum Herzstück der Information wird und sich fragen:

  1. Was möchte ich WIRKLICH von meinem Kunden?
  2. Welches Wissen braucht er? Welches will er?
  3. Wie kann ich eine Story mit Spannungsbogen und Call-To-Action-Appell interessant verpacken?
  4. Wie entwickle ich eine überzeugende Content-Strategie?
  5. Hat sich das Leseverhalten der Rezipienten verändert?
  6. Welche Contents habe ich und sind diese auf einem aktuellen Stand?
  7. Sind die Texte SEO-optimiert?
  8. Existiert illustratives Bildmaterial?

 

Vom Storyboard zum Prototypen

Zwischen Henne und Ei kann derweil ein guter Kompromiss ausgehandelt werden: zeichnet sich bei der Überarbeitung oder Neufassung des Inhalts ein konzeptionelles Bild ab, kann parallel mit dem Wireframing der Webseite begonnen werden. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Darstellungsform nicht zum Selbstzweck wird, sondern den Betrachter auf jedem relevanten Endgerät nachvollziehbar über die Inhalte lenkt. Hier bieten sich spezialisierte A/B-Tests an, um die beste Variante herauszuarbeiten. Die Texte müssen dabei optimal aufbereitet werden. An der Recherche, Korrektur, Planung und Verwaltung sollte nicht fälschlicherweise gespart werden.

Fügen sich beide Teile dann nahtlos ineinander, kann das Prototyping starten. Ab hier folgt der bekannte agile Schlagabtausch zwischen Entwicklern und Designern, während die Redaktion die Texte sukzessive vervollständigt.

Zuletzt müssen sich Content und Design einem ausgiebigen Device-Testing stellen, das final prüft, ob sich die Theorie der Realität stellen kann. Hier sollten sämtliche Seiten auf allen ausgewählten Endgeräten überprüft werden, um unschöne Überraschungen zu vermeiden.

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Fazit

Designer werden weiterhin dringend gebraucht, müssen aber zusammen mit den Content-Verantwortlichen den Fokus auf die Inhalte des Angebots legen und darüber nachdenken, wie sie diese noch besser und flexibler als zuvor präsentieren können.

Als Webseitenbetreiber wird es immer wichtiger, den Entwicklungen zu folgen und den Anschluss nicht zu verlieren. Google belohnt ein gutes Content Marketing und ein endgeräteunabhängiges Design schon heute mit Top Suchergebnissen und Conversion Rates.

Wenn Ihr Beratung, Informationen oder Tipps zum Thema benötigt – wir stehen bereit!

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